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Win-Digipet - deutsche Foren => Stammtisch => Thema gestartet von: Volker Tschirner am 21. Dezember 2013, 18:45:21

Titel: Statische Aufladung
Beitrag von: Volker Tschirner am 21. Dezember 2013, 18:45:21
Hallo, für Euch vielleicht ein banales Thema, aber ich bekomme jeder mal einen Stromschlag wenn ich die Schienen anfasse. Habt ihr eine einfache Möglichkeit die statische Aufladung zu beseitigen??
Ich Internet ist nichts gescheites zu finden.
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Ralf Krapp am 21. Dezember 2013, 19:08:45
Hallo Volker,
man könnte jetzt flapsig sagen: "Füße heben und nicht auf dem Boden schlurfen." Es kommt nämlich darauf an, wie Dein Boden im Eisenbahnzimmer beschaffen ist und welche Schuhe Du üblicherweise trägst. Ich habe einen Bodenbelag aus Laminat und trage gewöhnlich Haussschuhe mit Ledersohle. Wenn ich an das  Gleis fasse, bekomme ich einen leichten elektrostatischen Schlag. Ziehe ich dagegen meine "Bremssocken" an, passiert überhaupt nichts. Auch wenn ich Sandalen mit Gummisohlen trage, bekomme ich "keinen gewischt".
Vorsichtshalber habe ich mir eine mit Kupfer kaschierte Platte besorgt und mit einem dicken Draht an die Heizung angeklemmt. Auf dieser Platte baue ich meine Loks mit Digitaldecoder um und verhindere so, dass ein Decoder eventuell durch meine statische Aufladung und die Berührung des blanken Drahtes oder Steckerkontaktes bereits Schaden nimmt. Nur so als Empfehlung gedacht, wenn Du mal selbst Decoder einbauen möchtest.
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Jürgen Schröder am 21. Dezember 2013, 19:10:58
Hallo Volker,

um statischen Aufladungen zu entgehen kenne ich u.a. folgende Kriterien, die helfen sollen:

Die Luftfeuchtigkeit sollte über 58 % liegen,

kein aufladbarer Teppichboden,

keine aufladbare Schuhbekleidung

und wenn Du Dich aufgeladen haben solltest, vor dem Berühren der Anlage
die Hände an einer nicht isolierten Wand durch Reiben entladen.

An der Anlage kann man wohl kaum etwas ändern.

Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Volker Tschirner am 21. Dezember 2013, 19:38:13
Ich habe leider einen Filzbelag auf dem Fußboden also nicht gerade ideal. Gibt es kein Gerät für die Anlage was man mit Erde verbinden kann?? Habt ihr dieses Problem nicht?
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: ingbert am 21. Dezember 2013, 19:56:50
Hallo Volker,

die Anlage wäre leicht zu erden. Mit der klassischen "Softerdung" über Keramikkondensator und zwei antiparallelen Dioden an den nächsten Bezugspunkt (z.B. Heizungsrohr) ist dies erledigt.

Du schreibst aber Filzbodenbelag - das ist wohl das Problem. Der ist nicht ableitfähig, also auch nicht zu erden. Um das halbwegs in Griff zu kriegen, bräuchtest Du einen Ableitbelag entweder als Flächenbeschichtung mit speziellem "Lack" oder ein leitendes Gewebe mit kleinen Drähtchen im Gewebe. Beides bedeutet aber neuer Boden, was garantiert nicht Dein Bestreben ist.

Bleibt also nur der Vorschlag von Jürgen, vor dem Berühren der Anlage sich durch Berühren eines metallischen (geerdeten) Berührungspunktes an der Anlage gezielt zu entladen - und dann möglichst kein Schritt mehr auf dem Boden.

MfG,
Ingbert Neumeister
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: xerxes am 22. Dezember 2013, 12:51:41
Hallo Volker,
im Flugzeugbau kommen Bodenbeläge(Teppichboden) mit Leiteigenschaften zum Einsatz um eben die statische Aufladung abzuleiten. Setze Dich doch einmal mit der Fa. Paustian in Sörup in Verbindung, denn diese fertigen Sitzbezüge für Flugzeugsitze, und können Dir über die dort vorhandenen Verbindungen bestimmt Bezugsquellen für erdbare Teppichware nennen. Du wohnst ja nicht weit weg.
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Volker Tschirner am 22. Dezember 2013, 12:59:03
Danke, werde mich darum kümmern. Sollte ich zu einem brauchbaren Ergebnis kommen melde ich mich wieder.
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Dr. J. Schmidt am 22. Dezember 2013, 13:27:16
Hallo,
es gab früher auch mal "Antistatic Spray" für Möbel und Teppichboden.
Vielleicht mal googeln.
LG
schmidt
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Kalle am 22. Dezember 2013, 13:58:32
Hallo,

Zitat
Mit der klassischen "Softerdung" über Keramikkondensator und zwei antiparallelen Dioden an den nächsten Bezugspunkt (z.B. Heizungsrohr) ist dies erledigt.

Habe den Ausdruck noch nie gehört und Wikipedia gibt auch über diesen Ausdruck nichts her, ebenso meine Bücher  (ersteres Elektrikbuch, Original ist von 1895)  :).

Wahrscheinlich habe ich eine Bildungslücke.  :(   Wie werden diese Bauteile für eine hohe Wirkung verschaltet?  :-[
Jedes Bauteil hat ja mindestens zwei Anschlüsse, also sind die Verschaltungsmöglichkeiten wohl mehrere.  >:(
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Kalle am 22. Dezember 2013, 14:06:25
Hallo,

Zitat
es gab früher auch mal "Antistatic Spray" für Möbel und Teppichboden.
Vielleicht mal googeln.

Salzwasser zum Vernebeln haben die da unten mehr als genug und kostengünstig ist es noch obendrein.  ;)
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: xerxes am 22. Dezember 2013, 15:47:32
Hallo Karl, schön von Dir etwas zu vernehmen, aber wer sind denn die da unten? Es heißt doch auch hoch im Norden! Also wenn schon, denn doch bitte die da oben!! Also Salzwasser ist zwar leitend, doch was ist wenn das Wasser verdunstet ist?? Nee also ne Dauerüberschwemmung ist denn doch eher etwas für Modellschiffe. Wünsche allen hier Beteiligten ein frohes Fest und einen guten Rutsch.
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Kalle am 22. Dezember 2013, 16:18:07
Hallo Lothar,

Zitat
....vernehmen, aber wer sind denn die da unten?  Es heißt doch auch hoch im Norden!

Hatte mich einfach danach gerichtet daß die Nordländer dem "Normal-Null" näher sind als die Südländer in old Germany. Denke mal, " polgeographisch " gesehen, gefühlt oder sonstwas stimmt es ja mit dem hohen Norden, ebenso wie es mit dem tiefen Süden "polgeographisch" seine Berechtigung hat, betrachtet von meiner geograpfischen Lage aus, wo viele Freistaat-Mobahner ihr Domizil haben. Und das obwohl der tiefe Süden in unserem gemeinsamen Staat allgemein geologisch/geographisch höher ist.

Übrigens kämpfen wir hier im "Ruhrpott" seit mehr als 50 Jahren vermehrt mit statischer Aufladung. Seitdem Kohlenstaub und Ruß immer weniger durch Rückgang der Montanindustrie verteilt wurden. Damals war alles durch den "Widerstandsbelag" mehr oder weniger gut leitend und dieser Belag fehlt heute und Salzwasser haben wir nicht im Überfluss.  ;)  ;)

 
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: starwind am 23. Dezember 2013, 00:55:02
Hallo Volker,

ich hätte da mal einen eher praktische Ansatz:

Nimm z.B. das Drahtgeflecht eines ordentlich geschirmten Kabels.

Dieses wird auf den Boden aufgebracht, und mit einem Dummy-Stecker (Nur die Erde ist verbunden!!!!!) in einer Steckdose verbunden.

Wenn du dieses Drahtgeflecht per Kabel mit der "Haus-Erde" verbindest, unter der Voraussetzung das Haus sauber und nach VDE geerdet ist, dann solltest du das Problem los sein.

Beste Grüße,

Winfried
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: S.Dankwardt am 23. Dezember 2013, 01:21:38
Ist es wirklich statische Aufladung oder ein defekter Trafo?

Mit den modernen Switchnetzteilen gibt es immer wieder ärger mit der Isolierung.

Ich messe bei den billigen Netzteilen 80 Volt zwischen einem Gleis und der Heizung bzw. Erde.
Es ist zwar kaum Strom darauf, aber es kribbelt.

Auch die Netzteile von Laptops sind nicht immer sauber.
Da häufig Geräte über USB benutzt werden, überträgt sich die "falsche Masse" auf die Anlage.
Den 230 Volt Stecker umzudrehen hilft manchmal.

Auch Conrad-Trafos können diesen Fehler zeigen. Der hat mir und einem Kollegen die IB zerschossen.
Dabei haben die das Sicherheitszeichen für "Spielzeug".

Mit dem uralten Märklintrafo habe ich auch nach über 30 Jahren keine Isolierungsprobleme.
Aber die EU verbietet solche Eisentrafos.
(Bei 2 Trafos kann durch eine falsche Verkabelung "Hochspannung" erzeugt werden.)
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Peter Ploch am 23. Dezember 2013, 01:35:45
Dieses wird auf den Boden aufgebracht, und mit einem Dummy-Stecker (Nur die Erde ist verbunden!!!!!) in einer Steckdose verbunden.

Hallo Winfried,

mit solchen Tips wäre bzw. bin ich sehr vorsichtig. Das sollte wirklich nur ein erfahrener Fachmann machen. Wenn was schief geht, sitzt man aber richtig auf dem Grillrost!!!

PS: Empfehle diesen Passus zu streichen!
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Kalle am 23. Dezember 2013, 09:30:45
Hallo,

Peter hat es erkannt, Finger weg von Bodenbelägen aus metallischen Leitern mit direktem "Erdanschluss".
Im ungünstigen Fall beseitigt man dadurch auch seine letzte Überlebenschance.
Ebenso Finger weg von Salzwasser, Kohlenstaub, Ruß usw.

Daß die Schaltnetzteile öfters kribbeln ist eigentlich ungefährlich. Fast alle Marken-Netzteile im originalen Zustand und sachgerechter Anwendung bleiben mit dem Ableitstrom mehr oder weniger weit unter dem vorschriftsmässigen maximalen Wert. Dazu sind speziell "gesicherte" Bauteile verarbeitet sowie ein entsprechendes Layout des Netzteiles, also nicht einfach ein 08/15 Kondensator oder sonstwas zwischen Leitern auf der Hochspannungs- und Niederspannungsseite.

Es gibt für antistatische Beläge gewisse Vorschriften.
Ein kleiner Textauszug der Firma Nora Systems GmbH, 69469 Weinheim, als Beispiel-Hinweis auf geltende Vorschriften.
Eventuelle Kontaktaufnahme mit einem Hersteller von antistatischen Bodenbelägen ist empfehlenswert, vielleicht gibt es vorschriftsmässige Möglichkeiten einen vorhandenen Bodenbelag zu "antistatisieren".  :)

Übrigens: Ich warte immer noch auf den Schaltungsvorschlag einer "klassischen Softerdung" mittels Kondensator und zweier antiparallel geschalteter Dioden.  :-[
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: ingbert am 23. Dezember 2013, 09:53:40
Hallo zusammen,

der Begriff "ableitfähig" bedeutet nicht, daß mittels Draht eine feste Verbindung zur Erde besteht. Gewünscht ist hier, daß eine isolierte Aufladung ("statisch") über einen realisierten definierten Widerstand über einen bestimmten Zeitraum abfließen kann. Mit einer direkten Erdverbindung würden z.B. wichtige Sicherungsmaßnahmen wie FI-Schutzschalter überbrückt. Und die haben gerade in Hobbyräumen, in denen mit Strom "gespielt" wird, durchaus eine Berechtigung.

Mit den heutigen Netzteilen als Schaltnetzteil gibt es keine galvanische Trennung zum Primärkreis mehr. Solche Geräte sind dadurch alle quasi ableitfähig. Im Gegenzug gibt es bei diesen Geräten dann Probleme beim Zusammenschalten mehrerer Netzteile, wenn z.B. Lautsprecher mit beteiligt sind. Wer kennt nicht auch so lästige Brummtöne wegen Masseschleifen zwischen den ganzen Stromgeräten.

Früher gab es die dank EU verbotenen linearen Netzteile mit ihren Trafos und Spannungsreglern, die auch Wärme erzeugten und bei passabler Leistung auch noch groß und schwer waren. Mit Sicherheit haben noch viele hier solche Netzteile in Verwendung. Die haben eine vollständig galvanische Trennung zwischen Steckdose und Ausgangsspannung. Bei diesen Netzteilen war es dann gezielt nötig, eine ableitfähige Verbindung herzustellen - gebräuchlich in den meisten HiFi-Geräten vor Einführung der Schaltnetzteile. Die Endstufe war fest geerdet - pardon via Draht durchverbunden - und die anderen damit verbundenen Geräte durften das dann eben nicht haben. Trotzdem mußte eine Einstreuung ("HF") und eben statische Aufladung des Gehäuses abgeführt werden. Hierfür gab es die "Softerdung". Sie besteht aus einem Keramikkondensator großer Maximalspannung (HF-Kurzschluß, für Gleichspannung ein hochohmiger Widerstand) und für sich aufbauende statische Spannung je eine Diode parallel dazu, die ab etwa 0,6 V Differenzspannung diese abführt. Zwei sind notwendig, weil man ja die Polarität nicht kennt. Im Normalfall waren somit alle drei Bauteile passiv, griffen aber gleich bei anfangenden Probleme ein, bevor sich eine hohe Aufladung ergeben konnte.

Noch eine Ergänzung zu den HiFi-Geräten: Da die meisten nur die zweipoligen Eurostecker besitzen, also gar keinen PE-Anschluß (Erde), wurde diese Schutzbrückung zwischen der Signalmasse und dem Gehäuse realisiert. Über die Kabelverbindungen (Schirm) und die Erdung der Endstufe war dann doch wieder eine Erdverbindung gegeben.

Ich hoffe, diese Zeilen waren jetzt nicht zu ausführlich.

MfG,
Ingbert Neumeister
Titel: Re: Statische Aufladung
Beitrag von: Kalle am 23. Dezember 2013, 10:26:08
Hallo Ingbert,

was Sie beschreiben geht mehr in den Bereich der Funktionserdung welche mehr für die elektrische sichere Funktion eines Gerätes, Verstärker, Empfänger, Sender usw., wesentlich ist.
Die Schutzerdung dient mehr zur Sicherheit von Menschen und anderen Lebewesen. Klar, ein geerdeter metallischer Boden bietet Schutz vor von ausserhalb verschleppten Spannungen mit hohen Stromflussmöglichkeiten. Aber weil ein Lebewesen, welches auf dem metallischen Boden steht und normalerweise auch nicht optimal isoliert ist, dient dieses Lebewesen als Leiter zwischen z. B. einem gestörten defekten Gerät und dem metallischen Boden.
Deshalb gibt es für Standortisolierungen gewisse Vorschriften über die Anwendung von entsprechenden Bodenbelägen, schlicht und einfach weil die Ströme auf ungefährliche Werte begrenzt werden.

Es ginge auch einen überwiegend metallischen Anteil des Bodenbelages mit einem sehr hochohmigen Schutzwiderstand an eine geerdete Stelle anzuschliessen nur, ich werde mich davor hüten diesbezüglcih Tipps zu geben weil eine geordnete Ringsum-Isolierung eines ganzen elektrisch gut leitenden Bodenbelages nicht gewährleistet ist.
Die Hochohmigkeit eines vorschriftsmässigen Bodenbelages reicht aus um die statische Aufladung weitestgehend zu verhindern, Verlegung und Anschlussmöglichkeiten können die Hersteller mitteilen, haften auch dafür.

Nachtrag: Zwei oder Drei Tante M-Locken weniger und schon sind die Probleme mit der statischen Aufladung usw. beseitigt und Mensch, Tier und Geräte sind geschützt. Manche haben 300 Locken und  800 Anhänger, die tollsten Digitalzentralen mit Kombutern usw. aber für den sicheren Bodenbelag für Mensch und Gerät sind keine Kröten mehr da, --- eigenartig ---!